Bereits zum 22. Mal lud der Dehoga Hamburg Hotellerie- und Gastronomieverband e.V. zum Sommerempfang ein, um sich gemeinsam mit Branchenvertretern zur aktuellen Lage des Gastgewerbes zu beraten. Der Anglo-German Club an der Außenalster bot am 24. August den Rahmen für direkten Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Gastgewerbe. Für Gesprächsstoff sorgten insbesondere die Themen rund um steigende Kosten, die geplante Erhöhung der Kultur- und Tourismustaxe sowie verlässliche und flexible Beschäftigungsmodelle. Für scharfe Kritik sorgten vor allem die zusätzlichen Belastungen durch bürokratische Hürden. Laut Dehoga Präsident Bernd Aufderheide mache die aktuelle Lage deutlich, dass die Belastungsgrenze vieler Betriebe zunehmend erreicht ist, und betont: „Hamburg lebt von Gastgeberinnen und Gastgebern. Man sollte ihnen nicht erklären, wie wichtig sie sind, und ihnen gleichzeitig den Alltag immer schwerer machen.“
Scharfe Kritik an Verwaltungspraxis
Unter den 200 Gästen war auch Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, der sich als Ehrenredner für klare Lösungen zentraler regionaler Probleme abseits der Bundesebene aussprach, um das Gastgewerbe vor Ort zu stärken: „Hamburg muss zeitnah bessere Bedingungen für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer schaffen. Davon profitieren am Ende alle.“ Auch Aufderheide forderte verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen – am Beispiel der viel diskutierten zusätzlichen Einschränkungen für die Außengastronomie durch Lärmschutzauflagen während der WM-Übertragungen sowie der Minijob-Debatte: „Wer auf Bundesebene mit der Abschaffung angeblich steuerfreier Minijobs droht, trifft genau die Betriebe, die auf flexible Beschäftigung angewiesen sind. Und wenn in Altona zur Fußball-WM 2026 Übertragungen im Außenbereich untersagt werden, dann geht es nicht um eine Kleinigkeit. Dann geht es um die Frage, ob Verwaltung noch versteht, wie Gastronomie funktioniert.“