Die Debatte um die Zukunft der Minijobs geht weiter: Nachdem im Sommer eine weitgehende Abschaffung des Modells im Raum stand, will der Dehoga mit der Mitmach-Kampagne „Minijobs erhalten!“ nicht nur über politische Vorhaben und Fakten informieren, sondern auch Minijobber und Unternehmen dazu aufrufen, die Forderungen des Dehoga Hamburg per Petition zu unterstützen und eigene Erfahrungen zu schildern. Im Juli wurde zwar verkündet, dass der Minijob erhalten bleibt. Die Diskussion über die Rahmenbedingungen der Beschäftigungsform ist jedoch noch nicht beendet. „Die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Verteuerungen führen in ihrer Summe zu einer faktischen Abschaffung der Minijobs. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagt Dehoga Hamburg-Präsident Bernd Aufderheide. Weiter betont er: „Wer Arbeitsanreize stärken will, muss dafür sorgen, dass sich zusätzliche Arbeit lohnt – für Beschäftigte und Betriebe.“
Forderungen des Dehoga Hamburg zum Erhalt des Minijobs
Laut Angaben des Verbands arbeiten fast sieben Millionen Menschen bundesweit in einem Minijob, rund 188.000 davon in Hamburg – rund 1,1 Millionen allein im Gastgewerbe. Gerade für die Gastronomie seien Minijobs wichtig, um Arbeitszeiten am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen flexibel abzudecken. Gleichzeitig sollen die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Lohns steigen. Für das Gastgewerbe bedeutet das voraussichtlich knapp 72 Millionen Euro zusätzliche Arbeitskosten pro Jahr.
Der Dehoga Hamburg fordert deshalb dazu auf, weitere Belastungen der Minijobs zu stoppen: darunter auf Pflegeversicherungsbeiträge für Minijobs zu verzichten, die Pauschsteuer bei zwei Prozent zu belassen, die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge auszusetzen und die Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung zu erhalten.
Stimmen aus der Praxis gesucht
Mit der neuen Plattform will der Verband nicht nur über die aktuellen Entwicklungen und seine Forderungen informieren, sondern auch die Erfahrungen von Minijobbern und Unternehmen sichtbar machen. Beschäftigte und Betriebe können schildern, welche Rolle Minijobs für ihren Arbeitsalltag spielen und welche Folgen steigende Abgaben für sie haben könnten.