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Genuss-Creator Award powered by Chefs Culinar: Nominierung

Hannah Thalmann

Sous-Chefin | Nikkei Nine 

21. August 2026 von Ida Bohlen

Hannah Thalmann ist Sous-Chefin im Nikkei Nine /©Hotel Vier Jahreszeiten
Hannah Thalmann ist Sous-Chefin im Nikkei Nine /©Hotel Vier Jahreszeiten

Hannah Thalmann ist mal gerade 25 Jahre alt, aber schon voll in der Gastronomie angekommen. Gebürtig stammt sie aus Reutlingen, hat jedoch beruflich im Norden ihre Bestimmung gefunden. Ihre Ausbildung schloss sie in der Hygge Brasserie & Bar ab. Danach hat es sie nach Sylt zum Söl’ring  Hof verschlagen, bis sie zurück nach Hamburg kam. Seit August 2024 ist sie Sous-Chefin im Nikkei Nine

Ich bin begeistert von der Vielseitigkeit der Arbeit und der nicht endenden Möglichkeiten, die man annehmen kann.

Hannah Thalmann

Hannah Thalmann, warum bist du in der Gastronomie gelandet?

Eher zufällig: Ich habe während der Pandemie einen Ausbildungsberuf gesucht und diesen dann gefunden. Ich war von Anfang an begeistert von der Küche, dem Alltag, den Menschen und den vielen Eindrücken am Tag.

Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?

Die Zeit steht nie still, es geht immer weiter, aber es hat auch immer am Abend ein Ende. Verschiedene Menschen treffen tagtäglich aufeinander, um anderen ein großartiges Erlebnis zu bescheren. Ich bin begeistert von der Vielseitigkeit der Arbeit und den nicht endenden Möglichkeiten, die man annehmen kann.

Was liebst du an deinem Job am meisten?

Am meisten liebe ich es, mit meinem Team zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wachsen, kreativ sein, lachen und Spaß haben, Herausforderungen meistern und gemeinsam Feierabend machen. Am liebsten arbeite ich mit meinen Händen: fachlich anspruchsvolle Lebensmittel und Verarbeitungsmöglichkeiten, die mich fordern und bei denen ich am Ende zufrieden sein kann, wie ich damit umgegangen bin.

Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?

Nach wie vor fördert und fordert mich mein Küchenchef Vishal Kapoor. Ob es bei der kreativen Arbeit, der Gelassenheit oder beim Umgang mit neuen PC-Programmen ist: Er steht mir immer zur Seite.

Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an? 

Dass sowohl die Gäste, das Serviceteam als auch unser Team am Ende des Abends zufrieden und erfüllt nach Hause gehen. Und viel Lachen mit meinem Team – das hilft immer.

Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?

Grüne Bohnen und Bohnenkraut – von meiner Mama in Brühe gekocht und mit Spätzle gegessen.

Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?

Meist erst am nächsten Vormittag, aber dann eine Runde mit dem Rennrad am Obergeorgswerder Deich entlangfahren. Das lüftet den Kopf gut durch und löst die Gedanken.

Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?

Ich glaube, besonders stolz bin ich gerade auf meine Ruhe und Gelassenheit in schwierigen Situationen, ob unter Druck oder in Mitarbeitendengesprächen, im Abendservice oder tagsüber. Gerade im letzten Jahr hat sich da viel getan und es wird immer mehr.

Wovon träumst du beruflich noch?

Natürlich irgendwann meine eigene Küche zu leiten, aber auch Weiterentwicklung in Bezug auf Auszubildende und Mitarbeitende, und irgendwann Küchenchefin sein.

Was macht eine sehr gute Sous-Chefin aus?

Man muss die perfekte Verbindung zwischen Team und Chef sein. Späßle machen, Witze reißen und trotzdem den kühlen Kopf in Stresssituationen wahren. Kritisch bleiben, egal, ob sich selbst gegenüber, dem Team oder auch dem Küchenchef. Wichtig finde ich auch, dass man einen Grat zwischen emotionaler und professioneller Verbindung schaffen kann und seinem Team nahe bleibt.

Welche Aufgabe im Küchenalltag wird oft unterschätzt?

Putzen, putzen, putzen. Eigentlich putzen wir den ganzen Tag. Aber es hat auch was sehr Befreiendes, am Abend auf eine saubere Küche zu blicken und so in den nächsten Tag starten zu können.

Was hast du von deinem Küchenchef gelernt?

Dass es Dinge gibt, die man nicht ändern kann und man auch nicht alle Dinge ändern muss.

Wo wird deine eigene Handschrift erkennbar?

Aufgeschlagene Soßen, viel Koriander, kalte Salate als Toppings und handwerklich aufwändige Vorbereitungsformen wie hohl auslösen oder Butterfly. 

Was war eine Situation, in der du besonders viel Verantwortung übernehmen musstest?

Manchmal fällt auch in einem so großen und funktionierenden Hotel die Lüftung oder das Gas aus, davon hatten wir so einen Abend vor kurzer Zeit. Sich dann mehrere Stunden darum zu kümmern, Alternativen rauszusuchen, aus einer anderen Küche zu schicken und das Team bei Laune zu halten, war eine große Herausforderung. Aber jetzt schockt mich so schnell nicht mehr so viel.

Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich

 nicht ganz so glücklich und gut aufgehoben in der Arbeitswelt. Und deutlich reicher, weil ich dann nicht so viel essen und trinken gehen würde

Mein schönster Moment im Job war

am Ende der Ausbildung, als ich verstanden habe, dass ich etwas gefunden habe, in dem ich gut bin und den ganzen Tag Spaß haben kann – und das für immer machen könnte. Dass mir die ganze Welt offen steht

Ein perfekter Abend beginnt für mich mit

 einem kalten Glas Schaumwein 

Das beste Kompliment eines Gastes war

 vom einem Gast, der am Hochtisch direkt vor der offenen Küche im Nikkei Nine saß und mich am Ende darauf ansprach, was für eine tolle Dynamik wir im Team haben und wie großartig er meinen Umgang mit meinem Team fand. Als junge Frau in einem Team nur mit Männern den Ton anzugeben und gemeinsam ihm einen so tollen Abend zu kreieren, sei etwas Herausragendes

In der Gastronomie wünsche ich mir mehr

 Miteinander auf Augenhöhe, mehr Mut und weniger Ernsthaftigkeit

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Große Freiheit, Altstadt oder Schanze, überall gibt es spannende Menschen und leckere kulinarische Entdeckungen. Genau hier liegt die Leidenschaft von Ida Bohlen. Zur Stärkung nach Feierabend gibt es für sie Tteokbokki und für den Mut vor der Performance in der Thai Oase einen Espresso Martini.

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