Wer das Fischereihafen Restaurant an der Großen Elbstraße betritt, passiert zunächst eine Treppe mit knallroten Wänden, bevor sich der Weg durch das traditionsreiche Haus schlängelt. Vorbei an der schicken Bar, wo Fotografien von Prominenten und Politikern die vergangenen Jahrzehnte einrahmen, steht der hinterste Raum heute im Zeichen kulinarischer Höchstleistungen. Die Tische für das dritte ChampionsDinner sind bereits gedeckt, links eröffnen große Fenster den Blick auf die Elbe, wo Containerschiffe vorbeiziehen und langsam die Hafenlichter erwachen, während sich der Raum stetig mit Gästen füllt.
Seit 1981 von der Familie Kowalke geführt, hat sich das Restaurant längst als Hamburger Fischinstitution etabliert. Heute leitet Dirk Kowalke das Familienunternehmen, das seit vier Generationen Gäste begeistert und 2026 als Restaurant des Jahres ausgezeichnet wurde. Nun wird das Haus zum Schauplatz eines kulinarischen Gipfeltreffens: „Wir haben lange darauf hingefiebert. Es war uns schon eine große Ehre, den Genuss-Michel gewonnen zu haben. Und heute Abend mit den Testsieger-Kollegen gemeinsam kochen zu dürfen und zusammen die Gäste zu begeistern, ist uns eine riesige Freude“, sagt Gastgeber Dirk Kowalke. Denn beim diesjährigen Dinner kommen die Genuss-Michel-Gewinner der vergangenen Jahre zusammen. Neben dem Fischereihafen Restaurant stehen heute außerdem Nil (Restaurant des Jahres 2024), Jing Jing (Restaurant des Jahres 2025) und Koer (Bester Newcomer 2024) am Herd des Traditionshauses und servieren jeweils einen Gang. Gemeinsam entsteht ein Fünf-Gänge-Menü, das die einzigartigen Handschriften der vier Küchen zur Geltung bringt und sie zugleich zu einem harmonischen Ganzen vereint. Denn ein Blick auf die Speisen zeigt: Die Champions liefern heute passend zum Ambiente ein Best-of der Hamburger Fischküche.



Aromatischer Auftakt
Zum Auftakt stoßen die rund 90 Gäste mit einem spritzigen Aperitif an: der Grapefruit-Likör Luuy Rouge von der Brennerei Scheibel trifft auf Exotic Dragonfruit Tonic von Rauch. Die SZENE-HAMBURG-Geschäftsführer Tanya Kumst und Mathias Forkel sowie Projektleiterin Stefanie Kastell eröffnen den Abend mit einer Begrüßungsrede. „Der Genuss-Michel wird immer mehr zur großen renommierten Gastro-Auszeichnung. Er bietet der Gastronomie Hamburgs und auch über Hamburg hinaus Sichtbarkeit“, betont Forkel und ergänzt: „Gastronomie und die Preisträger erlebbar machen – das ist die Idee des heutigen Abends. Wir freuen uns sehr auf das kulinarische Feuerwerk, das wir in den nächsten Stunden hier erleben können.“ Unter den Gästen sind auch bekannte Gesichter aus Hamburgs Gastro- und Hotellerie-Szene, darunter Tagesbar-Betreiberin Nina Falco und Jens Stacklies, Vizepräsident des DEHOGA Hamburg. Vertreter der Sponsoren Chefs Culinar, BMW Mini, TUI Cruises, Vilsa, OpenTable, Yovite und Restablo sind ebenfalls dabei.
Während die Gäste noch im Gespräch verweilen, laufen in der Küche die Vorbereitungen längst auf Hochtouren. Die vier ausgezeichneten Restaurants arbeiten Hand in Hand, aus der Küche ziehen bereits herrliche Düfte in den Gastraum. Den Auftakt macht ein Amuse-Gueule des Gastgeberteams, ein Rote-Bete-Carpaccio mit Trüffelvinaigrette und Ziegenfrischkäse, das die Geschmacksknospen auf das Menü einstimmt. Dazu wird Wein eingeschenkt, den Winzer Markus Schneider persönlich vorstellt und bereits Einblicke in die heutige Wein-Auswahl gibt. Sie sollen das Menü ergänzen, ohne den Gerichten die Hauptrolle zu nehmen.


Fischgenuss mit Elbblick
Anschließend serviert das Nil die Vorspeise: Ceviche vom Seelachs, begleitet von Kohlrabikraut, Chili, einem gebackenen Reistaler und Nori. Der Fisch wird in Limettensaft mariniert, das Kohlrabikraut fermentiert. So treffen frische Säure und feine Schärfe auf unterschiedliche Texturen. Danach übernimmt das Jing Jing und bringt thailändisches Streetfood auf den Tisch. Miang Kham, in Thailand traditionell als kleiner Willkommensgruß gereicht, wird hier mit Dry-Aged-Hamachi, Betelblatt und Grapefruit kombiniert. Geröstete Kokosraspeln, Erdnüsse, Limette, Ingwer, Schalotte und Chili sorgen für das typische Zusammenspiel aus süßen, sauren, scharfen und herzhaften Aromen.
Beim Hauptgang übernimmt wieder das Gastgeberteam die Bühne – und bleibt seiner Küche treu. Serviert wird weißer Heilbutt mit Pommery-Senfsoße, Petersilienkartoffeln und Gurkensalat. Der Fisch steht dabei im Mittelpunkt, während die Senfsoße mit ihrer feinen Schärfe einen würzigen Akzent setzt. Ein Klassiker, der die Küche des Fischereihafen Restaurants auf den Punkt bringt. Die Gespräche verstummen, die Gäste widmen sich voll und ganz dem Hauptakteur des Abends, während die Blicke hinaus durch die Fenster auf das Elbpanorama schweifen.


Süßer Abschluss mit herbstlichen Aromen
Zum Dessert übernimmt das Koer. Küchenchef und Sternekoch Paul Decker hat eigens für den Abend eine Kreation entwickelt, die den Übergang vom Sommer in den Herbst aufgreift: Haselnuss-Chiboust trifft auf Mirabellen-Sorbet, dazu gibt es Buchweizen-Röllchen mit Haselnusscreme und Fenchelblütenschaum. Begleitet wird der sternereiche Abschluss von zwei Digestifs der Brennerei Scheibel: Während der Haselnuss-Likör mit feinen Röst- und Vanillenoten die nussigen Dessertkomponenten aufgreift, sorgt auch der Alte Zeit Apricot-Brandy mit seiner aromatischen Marzipannote für einen genussvollen Ausklang des Menüs.
Langsam klingt der Abend aus. Noch einmal geht es um die gelungenen Gänge – aber auch um Gespräche über den Tellerrand hinaus. Das ChampionsDinner hat heute einmal mehr gezeigt, was das Format so besonders macht: Es bringt nicht nur preisgekrönte Küchen gemeinsam an einen Herd, sondern vereint die einzigartigen Handschriften zu einer kulinarischen Harmonie, die es so nur einmalig zu erleben gibt.


