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Geplante Schließung

Erdbeerfressender Drache verkündet Abschied

Der erdbeerfressende Drache gilt als eines der innovativsten Restaurants der Stadt. Nach vier Jahren an neuer Heimat an der Alster verkündete der Betreiber Thomas Gillert überraschend das Aus. Ende November verabschiedet sich das Fine-Dining-Lokal endgültig

22. Juni 2026 von Alina Fedorova

Thorsten Gillert macht Schluss: Ende November verabschiedet sich der Erdbeerfressende Drache / ©Julia Schumacher
Thorsten Gillert macht Schluss: Ende November verabschiedet sich der Erdbeerfressende Drache / ©Julia Schumacher

An der Alster heißt es bald Abschied nehmen von einem der progressivsten Restaurantkonzepte, die Hamburg zu bieten hat: Der Erdbeerfressende Drache von Ausnahmekoch Thorsten Gillert am Alsterufer ist bekannt für innovative Omakase-Menüs fernab der Norm. Nun verkündete der Betreiber das Ende des Fine-Dining-Lokals. „Der erdbeerfressende Drache hat hier an der Alster für viele Jahre ein wunderbares Zuhause gefunden. Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen”, schreibt Gillert zur Schließung auf Instagram.

Der Koch hatte die Entscheidung zunächst intern kommuniziert. Die rund 15 Mitarbeitenden erfuhren vor der öffentlichen Bekanntgabe von den Plänen. „In der Küche habe ich die meisten von ihnen ausgebildet, die finden überall etwas Neues“, ist sich Gillert sicher. Als Grund für die Schließung nennt er das Auslaufen des Mietvertrags am aktuellen Standort. Das Restaurant war dort als Untermieter von Tim Mälzer eingezogen, der bis 2022 in den Räumen die Gute Botschaft betrieben hatte. Eine Verlängerung des Vertrags kam jedoch nicht zustande. „Der Vermieter war nicht erreichbar. Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen“, erklärt Gillert im Gespräch mit dem Genuss-Guide. „Diese Veränderung nehme ich zum Anlass, mich aus dem Betrieb eines eigenen Restaurants zurückzuziehen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.“ Nach vier Jahren am zweiten Standort an der Alster schließen am 28. November die Türen endgültig.

Dass die Entscheidung ausgerechnet in einer erfolgreichen Phase fällt, ist für Gillert kein Widerspruch: „In einer Zeit vollen Erfolges Schluss zu machen, ist ein gutes Gefühl. Das entspricht meiner Idee von Aufhören“, sagt der Koch. 2023 wurde der Erdbeerfressende Drache beim Genuss-Michel als Restaurant des Jahres ausgezeichnet. „Alles in allem ist es eine richtige Entscheidung. Länger zu warten, wäre nicht richtig gewesen. Ich bilde aus, da brauche ich Planungssicherheit.“

Fine-Dining-Küche fernab der Norm noch bis Ende November

Das Lokal überraschte mit kreativen Omakase-Menüs, die Gästen in Form kleiner Gerichte als durchkomponierte Abfolge serviert werden. Dabei stehen vor allem handwerkliche Präzision und ungewöhnliche Aromen statt des Einsatzes von Luxusprodukten im Fokus. Gerichte wie Ente mit Rosenkohl, Mandarine und gerösteten Sonnenblumenkernen oder Steinpilze mit Miso-Crème-brûlée sorgten immer wieder für Begeisterung. Für diejenigen, die noch in den Genuss der ungewöhnlichen Kompositionen kommen möchten, bleiben noch einige Monate bis zur Schließung.

Denn Thorsten Gillert und sein Team wollen die verbleibende Zeit voll auskosten: „Das nächste knappe halbe Jahr gehen wir mit voller Energie und vielen frischen Ideen an“, so der Koch. Gäste haben damit noch bis Ende November Gelegenheit, das Restaurant an der Alster zu besuchen. Wie es für Gillert nach dem Abschied vom eigenen Restaurant weitergeht? Bislang ist für ihn nur klar: „Ich werde in diesem Jahr 60, ein festes Restaurant ganz allein will ich nicht mehr.“ Ganz aus der Gastronomie verabschieden will sich Gillert allerdings nicht.  „Vielleicht mache ich noch mal ein Pop-up oder gebe mein Wissen weiter, konzipiere Gerichte für Auftraggeber.“ Wie die Zukunft genau aussieht, bleibt also offen. Fest steht jedoch, dass Hamburg im Herbst eines seiner kreativsten Gastrokonzepte verliert – und Thorsten Gillert sich nach vielen erfolgreichen Jahren bewusst für einen Abschied auf dem Höhepunkt entschieden hat.

Zu unserem Test

Adresse

Der erdbeerfressende Drache
Alsterufer 3
Rotherbaum
20354 Hamburg

Öffnungszeiten

Mo:
geschlossen
Di:
ab 17 Uhr
Mi:
ab 17 Uhr
Do:
ab 17 Uhr
Fr:
ab 17 Uhr
Sa:
ab 17 Uhr
So:
geschlossen

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Ob Phở Bo oder Ramen: Asiatische Nudelsuppen könnte Alina Fedorova zu jeder Jahres- und Tageszeit schlürfen. Lange Zeit in der Gastro tätig, hat sie Tablett gegen Tastatur getauscht und schreibt jetzt über Hamburgs Gastro-Szene. Oft steht sie selbst hinterm Herd und kocht Rezepte aus aller Welt.